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GLOSSAR

Da Sprache politisch und für queere Lebensrealitäten entscheidend ist, ist uns eine klare Benennung und Sichtbarkeit wichtig. Um Begriffe allen zugänglich zu machen, findest du hier eine umfangreiche Sammlung mit jeweiliger Erklärung rund um Queerness und queere Elternschaft.

Ally
Ein Ally oder Verbündete*r ist eine Person, die sich für politische Forderungen und Kämpfe einsetzt, ohne selbst direkt betroffen zu sein

 


chest feeding 
Vorgang des Fütterns eines Neugeborenen mit dem Oberkörper; kann als neutrale Bezeichnung für Stillen verwendet werdencis sind Menschen, die sich dem Geschlecht zugehörig fühlen, was ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.  

 


Cisgeschlechtlich/Cisnormativität
Die Bezeichnung cis(geschlechtlich) drückt aus, dass sich eine Person mit dem ihr bei der
Geburt zugeordnetem Geschlecht (männlich/weiblich) identifiziert. Cisnormativität beschreibt
Cisgeschlechtlichkeit und damit einhergehende Annahmen und Handlungen als gesellschaft-
liche Norm.

 


Co-Mutter/Co - Elternteil
beschreibt die nicht schwangere Person bei einem Paar bzw. in einer Familie                                  

Co-Parenting
Co-Parenting bezeichnet ein Familienmodell bei dem zwei oder mehrere Personen, die nicht zwingend in einer romantischen Beziehung sind, gemeinsam ein Kind bekommen und sich die Verantwortung teilen.  Zum Beispiel: Zwei Paare oder zwei Freund*innen teilen sich die Elternschaft.                                   

 


Co-Stillen
wenn zwei oder mehrer Elterinteile simulatin ein Neugeborenes stillen                                   

 


Coming out
Prozess bei dem eine Person sich selbst über die eigene Geschlechtsidentität und/oder sexuelle Orientierung bewusst wird (=inneres coming out) und eventuell mit anderen darüber spricht (=äußeres coming out)                                   

 


Deadname
Bei Menschen, die im Laufe ihres Lebens ihren (Vor)namen ablegen und durch einen neuen, bevorzugten Namen ersetzen, wird der bei Geburt gegebene Name als Deadname bezeichnet. Das Verwenden des Deadnames aufgrund von gesetzlichen und bürokratischen Umständen, Unwissenheit oder Respektlosigkeit ist für die genannte Person meist mit negativen und verletzenden Gefühlen verbunden, da der Name mit schmerzlichen Erfahrungen verknüpft sein kann. Deadnaming betrifft meist trans* und inter* Personen, aber zum Teil auch
cisgeschlechtliche Menschen.

 


Diskriminierung
Als Diskriminierung wird die Benachteiligung und Abwertung von Menschen bezeichnet, die bestimmten gesellschaftlichen Normen nicht entsprechen. Menschen können aufgrund verschiedener Merkmale diskriminiert werden, beispielsweise aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Alters, ihrer Religion etc.. Diskriminierung kann sowohl auf individueller, als auch auf institutioneller und struktureller Ebene stattfinden. 

 


Disphorie (Genderdisphorie) 
beschreibt ein Gefühl von Unwohlsein bzw. Unbehagen bis hin zu Angst und Panikzuständen aufgrund des eigenen Körpers bzw. Körpermerkmalen oder aber durch die Wahrnehmung von außen als „Frau“ oder „Mann“                                  

 


Endogeschlechtlich/Endonormativität
Als endo(geschlechtlich) werden alle Menschen bezeichnet, deren angeborene Geschlechtsmerkmale laut medizinischer Norm in die binären Kategorien „Mann“ und „Frau“ passen. Endonormativität stellt die klare Zweiteilung der Geschlechter als Norm dar und im Gegensatz dazu Intergeschlechtlichkeit als außerhalb der Norm liegend.

 


Euphorie (Gendereuphorie)
ist das Gegenteil von Disphorie. Ein positives Gefühl aus unterschiedlichen Gründen zum Beispiel durch die Einnahme von Hormonen.                                    

 


FLINTA*
steht für Frauen, Lesben, Intergeschlechtlichen Personen, Nichtbinäre Personen, Transpersonen, Agender Menschen                                   

 


Gender 
ist unabhängig von unserem biologischen Geschlecht und beschreibt das soziale Geschlecht, das gesellschaftlich und kulturell geprägt ist. Es ist wandelbar und durch unser Aufwachsen erlernt. Es beschreibt wie wir unseren Körper gestalten, bewegen und uns in der Welt verhalten. Wie wir von unseren Mitmenschen wahrgenommen und behandelt werden möchten.                                   

 


Genderfluid 
bezeichnet Menschen die wechselnde Geschlechtsidentitäten fühlen. Sie können und wollen  sich nicht dauerhaft einem Geschlecht zuordnen.                                    

 


gendern
bedeutet die Verwendung einer geschlechtergerechter Sprache, in der alle Geschlechter eingeschlossen und sichtbar gemacht werden.                                    

 


Genderqueer
bedeutet sich außerhalb des binären Geschlechtersystems (Mann oder Frau) zu erleben, es zu hinterfragen oder für sich abzulehnen. Daraus bildet sich eine Genderidentität, also dem Gender, das sich für Personen derzeit stimmig anfühlt. Das können mehrere Identitäten gleichzeitig oder auch keine sein. Gender und die individuelle Identität damit ist stets wandelbar und selbstbestimmt.                            

 

      
Geschlechtsaudruck 
Art und Weise wie eigene Geschlechtsidentität nach außen tragen zum Beispiel durch Kleidung, Schminke, Frisur, Stimme, Verhalten, ...                                   

 


heterosexuell/Heteronormativität
Als heterosexuell werden Menschen bezeichnet, die sich unter der Annahme der binären Kategorien „Mann“ und „Frau“ jeweils zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen. Der Begriff Heteronormativität beschreibt ein Wahrnehmungs-, Handlungs- und Denkschema, welches sowohl Zweigeschlechtlichkeit als auch Heterosexualität als den natürlichen Zustand und Abweichungen davon als abnormal versteht, und beides als gesellschaftlich verankerte Normen ansieht. Heteronormativität beeinflusst Menschen und die Gesellschaft sowohl auf individueller sowie auf institutioneller und struktureller Ebene, wird zumeist unbewusst reproduziert und steht im Gegensatz zu körperlicher, geschlechtlicher und identitärer Diversität.                               

 


Homophobie/homophob (Homofeindlichkeit/homofeindlich)
negative (abwertende, verurteilende, diskriminierende) Einstellung gegen queere/homosexuelle Menschen. Da der Begriff Phobie mit Angst übersetzt werden kann und es sich nicht um eine Angststörung sondern diskriminierndes Verhalten handelt, ist der Begriff Homofeindlichkeit/homofeindlich besser geeignet.                   

 


intergeschlechtlich/inter*
als intergeschlechtlich bezeichnen sich Personen bei denen sich das biologische Geschlecht bzw. äußere und innere Geschlechtsorgane sich nicht eindeutig als „männlich“ oder „weiblich“ zuordnen lassen. Der Begriff inter* ist eine Selbstbezeichnung aus der Inter*-Community.                                  

 


Intersektionalität
Eine intersektionale Herangehensweise zeichnet sich dadurch aus, dass das Zusammenwirken verschiedener Diskriminierungsformen und deren Auswirkungen auf Individuen und Strukturen mit einbezogen werden.

 


LGBTQIA+/LSBTQIA+
Es handelt sich hierbei um ein englisches beziehungsweise deutsches Akronym, welches die Begriffe lesbian/lesbisch, gay/schwul, bi, trans*, queer, inter*, agender/asexuell umfasst. Es wird durch ein angeschlossenes Plus oder den Asterisk für weitere Identitäten, welche nicht durch die Buchstaben eingeschlossen werden, geöffnet.

 


Misgendern
bezeichnet das unabsichtliche oder absichtliche Verwenden falscher Pronomen und tritt meist in Kombination mit cisnormativen Annahmen auf.

 


Misogynie/misogyn
Frauenhass/Frauenfeindlichkeit, nicht klar von Sexismus trennbar                                   

 


nicht monogam
beschreibt, wenn Menschen sich sexuell, emotional und/oder romantisch auf mehr als eine Person beziehen.                                    

 


nicht-Binär 
ist ein Geschlecht, zu dem sich Menschen zugehörig fühlen,  sich weder als Mann noch als Frau, dazwischen oder als eine Mischung von beidem verstehen.                                    

 


Outing
jemanden zu outen bedeutet einer Gruppe oder einer anderen Person die Geschlechtsidentität und/oder die sexuelle Orietierung einer Person zu verraten. Nicht immer findet ein Outing im Einverständnis der betreffenden Person statt.                                    

 


Polyamorie
Polyamore Menschen verlieben sich gleichzeitig in mehr als eine Person bzw. haben das Bedürfniss mit mehr als einer Person eine romantische und/oder sexuelle bzw. platonische Beziehung einzugehen.                                                                 

Polykül
Polyamore Menschen bilden ein Polykül. Es handelt sich um ein Geflecht bzw. eine Beziehungsform, bei der mehrere Personen in unterschiedlicher Art und Weise miteinander in Beziehung stehen. Nicht immer führen alle Beteiligten mit allen eine Beziehung.                                   

 


Pronomen
Worte die anstelle von Nomen stehen. Neben sie/ihr oder er/ihm, gibt es auch geschlechtsneutrale Varianten wie etwa they/them, dey, xier, sier, nin...                                   

 


queer*
ist ein Sammelbegriff für Menschen, die sich nicht mit der Norm von Sexualität, Geschlecht und Beziehungsformen identifizieren. Diese Norm ist heterosexuell, cis und monogam.                                    

 


Regenbogenfamilien
sind Familien in denen sich mindestens ein Elternteil als queer* identifiziert.     

 


Safer Space
Als Safer Spaces werden Räume und Rahmenbedingungen bezeichnet, die bewusst anstreben, diskriminierungs- und gewaltfrei beziehungsweise -arm zu sein und somit Schutzräume für Menschen sein können, die mit Diskriminierung konfrontiert sind.                               

 


Schwarz/weiß
Im Sinne eines emanzipatorischen Aktes wird der Begriff „Schwarz“ groß geschrieben von vielen Schwarzen Menschen als Selbstbezeichnung genutzt da es sich nicht um die Beschreibung einer reellen Hautfarbe handelt sondern um eine konstruierte Kategorie handelt, die durch rassistische und kolonialistische Diskriminierungserfahrungen geprägt wird. Ebenso ist die Bezeichnung weiß nicht als biologische Eigenschaft zu lesen, sondern als gesellschaftliches Konstrukt, welches mit bestimmten und meist unbenannten Privilegien und Machtpositionen einhergeht.

 


Sexismus/sexistisch
Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes - häufig gegen nicht cis-männnliche Personen und vorallen gegen Frauen                                   

 


sexuelle Orientierung
ist die sexuelle und emotionale Anziehung die  Menschen gegenüber einem oder mehreren Geschlechtern spüren können. Es kann sich auf andere Menschen beziehen, mit sich selbst praktiziert werden oder nicht ausgelebt werden. Sexuelle Orientierungen sind individuell und wandelbar.                                   

Transition
beschreibt einen individuellen Änderungsprozess, der sich auf sozialer, medizinischer und/oder juristischer Ebene abspielen kann und dazu dient, selbstbestimmt das eigene Geschlecht auszudrücken und zu leben.

 


transgeschlechtlich/trans* 
sind Menschen, die nicht dem Geschlecht angehören, was ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Trans*personen können binär (also eine Frau oder ein Mann) oder nicht-binär sein.                                   

 


Trans*phobie/trans*phob (Trans*feindlichkeit/trans*feindlich)
negative (abwertende, verurteilende, diskriminierende) Einstellung gegen Trans*personen. Da der Begriff Phobie mit Angst übersetzt werden kann und es sich nicht um eine Angststörung sondern diskriminierndes Verhalten handelt, ist der Begriff Trans*feindlichkeit/trans*feindlich besser geeignet.      

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